Thema (ERG 8. Klasse)

Bibel und Heilige Schriften: Umgang mit religiösen Texten erlernen

Lebensweltbezug/Anforderungssituation

Schülerinnen und Schüler erleben, dass oft mit der Bibel argumentiert wird. Für einige sind biblische Text wortwörtliche Wahrheiten, andere halten nichts davon im Stil von „komm mir ja nicht mit der Bibel“. Eine kritisch-differenzierte Erschliessung des Phänomens Bibel (und anderer Heiligen Schriften) kann den Jugendlichen vielfältige Zugänge eröffnen.

Inhalte
  • die Bibel – vielfältig: ein vielstimmiges Buch, eine kulturell geprägte Überlieferung, auf Auslegung angelegt, Texte, mit denen unterschiedlich umgegangen wird
  • Aufbau der Bibel: Altes Testament, Neues Testament, Evangelien
  • Am Beispiel der Bibel: mündliche Überlieferung, Handschrift, Buchdruck, Übersetzung; Schriften, Ikonographie, Rezitation, Meditation, Lesung, Auslegung
  • jüdischer Tenach als Ursprung der biblischen Tradition
  • Querverweise: gemeinsames Erzählgut in Tenach, Bibel und Koran (Sunna, Hadith): Schöpfungserzählungen, Abraham mit Hagar-Ismael und Sarah-Isaak-Tradition, Mose mit Exodus und Sinai
  • Bibel als „heiliges Buch“: Ehrenplatz in der Kirche, feierlich hereingetragen; vgl. Thorarolle/Thoraschreiber/Thoraschrein; Koran/Koranständer/Kalligraphie
Handlungsvorschläge
  • exemplarisch Texte und den vielgestaltigen Umgang damit erschliessen
  • Kenntnisse über metaphorisch-religiöse Sprache aus dem Zyklus 2 anwenden
  • Texte im historisch-kulturellen Kontext interpretieren und mit anderen Auslegungsperspektiven vergleichen
  • Bedeutung von Texten für die religiöse Praxis beschreiben und einordnen
  • Textdeutungen in einen Bezug zu eigener Lebenserfahrung stellen